abgrenzen und auftanken

Abgrenzen und auftanken

Achtsamer Umgang mit Ressourcen und Grenzen

mit Beiträgen von Peter Laninschegg, Arbeitsgespräche Salzburg 2009

 

So sehr das Begleiten von Lösungsfindung erfüllend sein kann, so sehr in offener Zuwendung auch viel zurückfließt: Wir brauchen Ausgleich für unser Engagement, Abgrenzung gegenüber Belastendem, und wir brauchen nährende Quellen, die uns stärken und regenerieren lassen. Nur wer etwas hat kann etwas geben. Je mehr wir uns in unserer Mitte fühlen, energievoll und ausgeglichen, umso wahrscheinlicher können wir Einfühlung, Wertschätzung und Vertrauen in die Lösungsfindung anderer geben. Ich erachte es als einen Aspekt von Professionalität, vielfältige Zufuhr für die eigene innere Substanz zu sichern, Bestärkendes und Wohltuendes zu wählen, verantwortungsvoll für die eigenen Bedürfnisse zu sorgen.

In gewissem Maß bedeutet Einfühlung auch, Stimmungen und Gefühle anderer aufzunehmen. Dies braucht Selbstschutz als Gegenpol zur Offenheit und Formen des Abschließens und Loslassens von Geschichten anderer. Daher bewähren sich Rituale und Mentaltraining, um das eigene Innenleben zu schützen und zu reinigen.
Auch beim Mitschwingen mit unterschiedlichen Menschen hintereinander ist dies ein wertvoller Zwischenschritt.

Hier einige Beispiele als Anregung, mit persönlich passenden Symbolhandlungen und Vorstellungen zu experimentieren:
• Gehen, insbesondere einen Teil des Weges zwischen Arbeitsplatz und der Wohnung zu Fuß zu gehen: dies vermittelt auf sehr ursprüngliche Weise das Gefühl, Abstand zu gewinnen.
• Händewaschen, Wassertrinken, Duschen, Schwimmen, mit der Vorstellung, auch innerlich das wegzuspülen, was gerade zu viel ist. Die Visualisierung einer passenden Form sich zu reinigen, z.B. auch die Vorstellung, sich ein Glas Wasser über den Kopf zu schütten. [1]
• Die Vorstellung eines Mantels, Schutzkreises, eines Lichtkegels, einer Trennlinie.
• Zwischendurch das Fenster zu öffnen, tief einatmen, den Blick bewusst weit schweifen lassen die Füße am Boden spüren.
• Sich während der Arbeit bewusst im Sessel zurücklehnen, entspannen, ein – und ausatmen, eine Hand auf den Bauch legen.
• Zwischen den Sitzungen in Pausen gehen, wenn möglich barfuß im Gras.
• Knappes Zusammenfassen des Bearbeiteten, mit dem entschiedenem Gedanken: soweit für heute. Punkt.
• Belastendes gedanklich in einem Boot gegen den Horizont gleiten lassen, in einem Heißluftballon entschweben lassen, in der Erde versinken und im feurigen Kern der Erde sich verwandeln lassen.

Es scheint mir zielführend, Mentaltraining über einen gewissen Zeitraum hinweg mit Tätigkeiten oder Ritualen zu üben: z.B. bei Schließen der Türe geistig einen Schlussstrich zu ziehen, oder mir beim Duschen vorzustellen, unter einem violetten Wasserfall zu stehen.

Persönliches Energiemanagement
Wir können unsere Wirksamkeit unterstützen, indem wir für unser Wohlbefinden sorgen.

 Achtsamkeit im Alltag üben: Innehalten, wahrnehmen, „den Augenblick“ spüren.
 sich Gutes tun, auftanken auch in: Entspannungstechniken, Meditation, Atemübungen nutzen.
 Täglich Zeit für sich allein fixieren und bewusst gestalten.
 Bewusst Energie aufnehmen: Schlaf, Entspannung, gute Ernährung, viel Wasser trinken.
 Fitness durch regelmäßigen Sport stärken z.B. Joggen zur festen Gewohnheit machen.

[1]Matthias Varga von Kibed empfiehlt diese Visualisierung mehrmals während einer Aufstellungsarbeit, um wieder neu  und offen wahrnehmen zu können.

© Paul Lahninger, Salzburg,  2016-11-16,  www.TOPSEMINARE.at & www.AGB-Seminare.at

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