{"id":239,"date":"2016-06-01T10:00:58","date_gmt":"2016-06-01T08:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.topseminare.at\/wordpress\/?page_id=239"},"modified":"2026-02-12T11:16:20","modified_gmt":"2026-02-12T10:16:20","slug":"stueckwerk-der-liebe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.topseminare.at\/pl\/stueckwerk-der-liebe\/","title":{"rendered":"St\u00fcckwerk der Liebe"},"content":{"rendered":"<h2>Das St\u00fcckwerk der Liebe<\/h2>\n<p>Edition Tandem, ISBN 978-3-902932-16-7, Preis<span style=\"color: #c10001;\"> \u20ac 19,80 nur \u00fcber topseminare.at zu bestellen.<\/span>\u00a0Aktion: In \u00d6sterreich versandkostenfrei, im Ausland bitten wir die Portokosten zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Raphael ringt um seine Liebesf\u00e4higkeit. Hin und her gerissen zwischen seiner langj\u00e4hrigen Partnerin Anna und der jungen erotischen Carmen, leidet er unter dem Zwiespalt, denn schon als junger Mann hatte er die \u201cKunst des Liebens\u201c zu seinem Ideal erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Aus dieser Situation rei\u00dft ihn ein Unfall, er f\u00e4llt ins Koma, pendelt zwischen wachen Augenblicken und einem inneren Film, in dem er Kriegserlebnisse seiner Eltern, ihre br\u00fcchige Liebe und seine eigene schwere Kindheit vor sich ablaufen sieht, seinen Aufbruch aus einer engen, kleinb\u00fcrgerlichen Welt und seine verworrenen Beziehungen mit Frauen.<\/p>\n<p>Raphaels innere Reise zeigt Verflechtungen von Familienschicksalen mit der Geschichte \u00d6sterreichs, verdeutlicht wie die Suche nach Identit\u00e4t gelingen kann und wie sehr eine Liebesbeziehung bewusste Entscheidungen und Vers\u00f6hnung, auch mit der eigenen Vergangenheit, braucht.<\/p>\n<p><strong>Interview und Lesung im Freirad-Internetradio Sendung:<\/strong> <a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/536917\">https:\/\/cba.fro.at\/536917<\/a><\/p>\n<p>Der Roman entstand aus Gespr\u00e4chen mit Zeitzeugen, Tageb\u00fcchern und Briefen, auch Szenen aus dem Werdegang des Autors sind eingeflossen.<\/p>\n<p>&#8222;In dieser sorgf\u00e4ltig dargestellten Erz\u00e4hlung werden sich viele Menschen wiederfinden.&#8220; <strong>Christine Haidegger<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;&#8230; gro\u00dfartig, macht Mut, das Leben auch in Schieflage, zuversichtlich in die Hand zu nehmen! Beim Lesen sehe ich die Handlung wie einen Film vor mir.&#8220; <strong>Martin Haidinger<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;&#8230; hautnah sp\u00fcrbar, wie sehr Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte zum Gelingen von Liebesbeziehungen beitragen kann.&#8220; <strong>Maga Gertraud Sachs, Germanistin und Supervisorin, Salzburg<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Spannend und poetisch beschrieben, ein Tipp um Eltern und Gro\u00dfeltern besser zu verstehen.&#8220; <strong>Elisabeth Fritzenwallner, Beraterin St. Martin bei Bischofshofen<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ich habe vieles von meinem eigenen m\u00e4nnlichen Entwicklungsweg wiedererkannt.&#8220; <strong>Mag. Peter Laninschegg, Psychotherapeut &amp; Musiker<\/strong><\/p>\n<h4>Buchmesse Leipzig: Pr\u00e4sentation &#8222;Das St\u00fcckwerk der Liebe&#8220;<\/h4>\n<p><video src=\"\/mov\/Paul_Leibzig_Buch_Messe_Format_16zu9_Version6.mp4\" poster=\"\/mov\/video-standbild.jpg\" controls=\"controls\" width=\"630\" height=\"354\"><\/video><\/p>\n<h4>Weitere Rezensionen:<\/h4>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>LSB-ZEITUNG G\u00fcnter Schwiefert, Lebensberater, Hallwang<\/strong><br \/>\nPaul Lahninger versteht es nicht nur den Leser in den Bann zu ziehen, sondern auch generationen\u00fcbergreifende Zusammenh\u00e4nge klar zu machen. Dieses Buch ist mehr als ein Roman, fast ein Lehrst\u00fcck f\u00fcr die m\u00fchevolle Befreiung aus famili\u00e4ren Verstrickungen, aus einseitiger Leistungsorientierung, aus starren Regeln in der Erziehung und der Suche nach neuen Formen in der Beziehung, in der Liebe, in der Kindererziehung. In klarer und poetischer Sprache erz\u00e4hlt der Autor von dem was unser Leben bedeutsam macht: vom Sich-Verlieben, Streiten, Trennen, von Auseinandersetzungen im Beruf und in Beziehungen. Dieses Buch bewegt durch die hautnahe Schilderung und macht Mut, sich auf den Weg zu einem selbstbestimmten Leben zu machen.<\/p>\n<p>(gek\u00fcrzte Rezension) <strong>DAS LEBEN VERSTEHT MAN ERST IM R\u00dcCKBLICK Waltraud Prothmann, f\u00fcr \u201edie Welt der Frau\u201c<\/strong><br \/>\nIn der mit ber\u00fchrender Intensit\u00e4t erz\u00e4hlten Entwicklungsgeschichte eines suchenden Mannes begegnen wir einem einf\u00fchlsamen Autor, der uns &#8211; wie einst Erwin Ringel &#8211; die Augen f\u00fcr so manchen Abgrund der \u201e\u00f6sterreichischen Seele\u201c \u00f6ffnet. Zugleich gelingt es diesem spannenden Roman, der auch aus authentischen Quellen stammt, ein Zeichen f\u00fcr innere Befreiung zu setzen, wie wir sie nur durch Einsicht erlangen.<\/p>\n<p>(gek\u00fcrzte Version) <strong>DAS BUCH DES MONATS HansPeter Grass, Friedensb\u00fcro Salzburg<\/strong><br \/>\n\u00dcber 5 Generationen hinweg erz\u00e4hlt dieser leicht lesbare, bildhafte Roman von begl\u00fcckenden wie belastenden Szenen als Ehemann, Vater, Sohn, Geliebter. In diese Handlung webt Paul Lahninger zeitgeschichtliche Ereignisse ein: vom Zusammenbruch des Habsburgerreiches, Faschismus, Holocaust und Staatsvertrag \u00fcber die Beatles-Kultur der Sechzigerjahre bis zum EU-Beitritt. Paul Lahningers Roman, gepr\u00e4gt von leidenschaftlichem Engagement und Mut zur Konfrontation, wird zum politischen Bekenntnis.<\/p>\n<h4>PERS\u00d6NLICHE R\u00dcCKMELDUNGEN<\/h4>\n<p>&#8222;Ein reichhaltiger Blick auf das Leben in gro\u00dfer Offenheit, Lebensfreude und Bereitschaft, auf andere zuzugehen.&#8220;<br \/>\n<strong>Markus G\u00f6ller, Perchtoldsdorf<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Dieses gro\u00dfartige, ber\u00fchrende Buch macht Mut, das eigene Leben, auch in Schieflage, zuversichtlich in die Hand zu nehmen!&#8220;<br \/>\n<strong>Martin Haidinger, Journalist ORF Wien, \u00d61 <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ein Psychothriller, schonungslos ehrlich.&#8220;<br \/>\n<strong>Georg Bydlinski, M\u00f6dling, Schriftsteller\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;\u00c4u\u00dferst pointiert erz\u00e4hlt Paul Lahninger von Bew\u00e4ltigung und Vers\u00f6hnung und macht deutlich, wie sehr die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte zum Gelingen von Liebesbeziehungen beitragen kann.&#8220;<br \/>\n<strong>Maga Gertraud Sachs, Germanistin und Supervisorin, Salzburg<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Beeindruckend, im Lesen tauchten Erinnerungen auf, auf die ich zuvor keinen Zugriff hatte&#8230;&#8230; ich bin zutiefst ber\u00fchrt.&#8220;<br \/>\n<strong>Conny Hauptfleisch, Kalletal, BRD<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Endlich wieder ein Buch, das mich fasziniert: ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Roman voller Denkanst\u00f6\u00dfe.&#8220;<br \/>\n<strong>Bea Pichler, St. Johann im Pongau<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Faszinierende Schilderung der schrittweisen \u201eHeilung\u201c einer Familie \u00fcber Generationen, ein ermutigendes Buch, besonders f\u00fcr M\u00e4nner, Ihren authentischen Weg im eigenen Leben und als V\u00e4ter zu gehen.&#8220;<br \/>\n<strong>Daniel Gajdusek-Schuster, Tribuswinkel <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Es war wie ein Sog. Ich sah und sp\u00fcrte die Bilder, habe die Freuden und N\u00f6te des Kindes, Jugendlichen und jungen Mannes miterlebt. Einige Tage war ich noch im Bann der Geschichte.&#8220;<br \/>\n<strong>Reinhold Rabenstein, Supervisor und Psychotherapeut, Linz <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Endlich wieder ein Buch, das mich vers\u00f6hnlich stimmt und st\u00e4rkt.&#8220;<br \/>\n<strong>Angelika Faccinelli GPZ Innsbruck <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;beeindruckend, tiefgr\u00fcndig, zugleich liest es sich fl\u00fcssig und leicht.&#8220;<br \/>\n<strong>Reinhard Urban, Wien <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;ber\u00fchrend, mitrei\u00dfend, sehr sch\u00f6n erz\u00e4hlt, dass wir durch unsere LebensGeschichte \u201egebunden\u201c, oft nur in St\u00fcckwerken leben und lieben.&#8220;<br \/>\n<strong>Margarita Paulus, Salzburg <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ich habe das Buch in einem Zug gelesen \u2013 so sehr hat es mich hineingezogen und viele eigene Erinnerungen und Reflexionen angeregt.&#8220;<br \/>\n<strong>Dr. Klaus Scala, Universit\u00e4t Graz <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Paul Lahninger l\u00e4dt auf eine Reise ein, in der eine Begegnung mit dem eigenen Ich m\u00f6glich wird.&#8220;<br \/>\n<strong>Dr. Katarzyna Schubert-Panecka, Karlsruhe <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Dieses sch\u00f6ne Buch hat mir geholfen einen frischeren Blick f\u00fcr meine Eltern zu gewinnen.&#8220;<br \/>\n<strong>Andrea Gruber, Trainerin, Innsbruck <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Der Roman hat es mich schnell in seinen Bann gezogen: ein Buch zum \u201eVerschlingen\u201c: sehr wertvoll.&#8220;<br \/>\n<strong>Silvia Ehrengruber, Traun, O\u00d6 <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;\u2026 fesselnd und ber\u00fchrend, sehr empfehlenswert!&#8220;<br \/>\n<strong>Anna Krutzler, Wien <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Mir wurden Erinnerungen bewusst, die irgendwo geschlummert haben.&#8220;<br \/>\n<strong>Angela R\u00fcdiger, T\u00fcbingen <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;\u2026 l\u00e4dt ein, der Frage n\u00e4her zu kommen: Wie wurde ich zu dem der ich bin?&#8220;<br \/>\n<strong>Walter Fritsch, V\u00f6cklamarkt <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;\u2026 toll geschrieben, ich konnte mich bestens in vergangene Zeiten hineinversetzen.&#8220;<br \/>\n<strong>Birgit Kaltenb\u00f6ck, Salzburg <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ich habe beim Lesen ein St\u00fcck meiner Herkunft wiedergefunden.&#8220;<br \/>\n<strong>Hildegard Hofer, Salzburg <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ein Erfolg versprechender Roman.&#8220;<br \/>\n<strong>Christine Haidegger, Salzburg, Schriftstellerin <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ein Lebensweg mit viel Lebensmut und Lebensfreude trotz aller Schwierigkeiten.&#8220;<br \/>\n<strong>Maria-Christina Eggers, Katharina-Werk, Z\u00fcrich <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Spannend zu lesen, poetisch beschrieben, ein Tipp f\u00fcr junge Menschen, die ihre Eltern und Gro\u00dfeltern besser verstehen m\u00f6chten.&#8220;<br \/>\n<strong>Elisabeth Fritzenwallner, Beraterin St. Martin bei Bischofshofen<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ich habe in dieser generationen\u00fcbergreifenden Geschichte vieles von meinem eigenen m\u00e4nnlichen Entwicklungsweg erkannt. Ein gelungenes Beispiel f\u00fcr &#8217;seelische Tr\u00fcmmerarbeit&#8216;.&#8220;<br \/>\n<strong>Mag. Peter Laninschegg, Psychotherapeut &amp; Musiker <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;ber\u00fchrend, mit vielen wertvollen Einsichten&#8220;<br \/>\n<strong>Mag. Ana Znidar, Wien, http:\/\/anaznidar.com\/\/ <\/strong><\/p>\n<p>\u201e Ein geniales Buch! Ich habe es &#8222;verschlungen&#8220;, konnte mich nicht mehr losrei\u00dfen vom Lesen.\u201c<br \/>\n<strong>Mag. Christine Kaltenleitner, Ober\u00f6sterreich <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;\u2026, bin tief ber\u00fchrt, habe es mit Freude gelesen.&#8220;<br \/>\n<strong>Marianne Rodharth, N\u00d6 <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Dieses gelungen aufgebaute Buch hat mich sofort gefesselt, ich fand darin einen liebevollen und heilsamen Blick auf die bunte Mischung des Lebens. Diesem besonderen Blick zu folgen wird dazu beitragen, Narben heilsam zu ber\u00fchren und den pers\u00f6nlichen Weg im Umgang mit der eigenen Geschichte zu gehen.&#8220;<br \/>\n<strong>Elisabeth Wagner, Linz <\/strong><\/p>\n<p>\u201eMan findet diese Art B\u00fccher so selten: wunderbarer Erz\u00e4hlstil, ber\u00fchrt und macht nachdenklich!\u201c<br \/>\n<strong>Bettina Hemetsberger, Mondsee, www.eventschiff.at <\/strong><\/p>\n<p>\u201e\u2026 ersch\u00fctternd und wunderbar\u2026&#8220;<br \/>\n<strong>Martina Schild, Salzburg<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEin Buch, das zuversichtlich stimmt!&#8220;<br \/>\n<strong>Elfriede Bachleitner, Salzburg\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4>Leseprobe zum Buch &#8222;Das St\u00fcckwerk der Liebe&#8220;<\/h4>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>\u2026 Verwundete Seelen <\/strong><\/p>\n<p>Schnee lastet auf den Schindeld\u00e4chern der vier Bauernh\u00f6fe, die sich vor dem Gebirge ducken, mit Mauern aus rohen Steinen und Holz. Einer der vier liegt nahe am Hang, im Inneren des Hofes dampft der Misthaufen. Der Berg aus Kuhfladen w\u00e4chst, als die junge B\u00e4uerin den Stall ausmistet, Schaufel f\u00fcr Schaufel den Dung hinaustr\u00e4gt, keuchend nach oben wirft. Schwei\u00df tropft auf ihren l\u00f6chrigen, mehrfach geflickten Rock, aufgen\u00e4hte Stoffreste f\u00fcgen zusammen, was haltlos auseinanderfallen m\u00f6chte. Ein schwarzes Kopftuch hilft, den Knoten geflochtener Haare hinter dem Kopf zu halten. Die Frau ist jung, fast noch ein M\u00e4dchen, ihr Gesicht hart und verschlossen.<br \/>\nSie hat die K\u00fche gemolken, Schweine und H\u00fchner gef\u00fcttert, die beiden Pferde getr\u00e4nkt, und nun, da sie mit dem Ausmisten fertig ist, geht sie in die Stube, wo die Altbauern schon sitzen. Eine einsame Kerze flackert auf dem groben Tisch aus Kirschholz, es ist Zeit f\u00fcr die Suppe, wortlos setzt sich die Jungb\u00e4uerin dazu. Sie soll den Hof erben von den Alten, die kinderlos geblieben sind. Die Alten, das sind ihre Tante und deren Mann. Vor sieben Jahren hat sie den Bauernhof der Eltern verlassen m\u00fcssen, da hat diese schlimme Zeit begonnen. Sie hat schon daheim fest mit anpacken m\u00fcssen bei der Feldarbeit, Gras m\u00e4hen, Getreide und Kartoffeln einbringen, melken und ausmisten. Doch gemeinsam mit ihren sieben Geschwistern war das etwas anderes, oft fr\u00f6hlich und leicht. Sie hat Rotz und Wasser geheult, als sie weg musste von daheim, zum Hof der Tante. Sie war vierzehn, damals hat der Weltkrieg begonnen, seither schuftet sie jeden Tag von vier Uhr fr\u00fch bis zum Schlafengehen. Nur am Sonntagvormittag ruht die Arbeit f\u00fcr den Kirchgang.<br \/>\nDas Tischgebet \u00fcbert\u00f6nt das Summen der Fliegen, drei L\u00f6ffel tauchen ein in die Sch\u00fcssel. Beim Essen wird nicht geredet, und die junge Frau vermeidet es, den Altbauern, ihren Onkel, anzusehen. Unter der Sch\u00fcrze ballt sie die Faust, wenn sie ihm gegen\u00fcbersitzt, er ist ein b\u00f6ser, b\u00f6ser Mensch, und sie will nicht daran denken, was er mit ihr gemacht hat, damals, als sie mit ihm allein gewesen ist, weil die Tante geholt worden ist, dem kranken Steinberger zu helfen.<br \/>\nDie Tante legt den L\u00f6ffel weg: &#8222;Es wird Zeit, dass du heirat&#8217;st, Rosi! Der Bub vom Nachbarn, der Jakob, der w\u00fcrd&#8216; dich nehmen, wir haben das schon aus\u2019gredt.&#8220;<br \/>\nRosi tut, als w\u00e4re sie \u00fcberrascht. &#8222;Na, wennst&#8216; meinst, Tante!&#8220;<br \/>\n&#8222;Ist besser, du heiratest schnell&#8220;, murmelt der Altbauer, &#8222;wer wei\u00df was f\u00fcr Zeiten noch kommen, jetzt nach dem Weltkrieg, wo \u00d6sterreich zerfallen ist und kein Kaiser mehr da ist.&#8220;<br \/>\nRosi l\u00e4chelt, als sie vom Tisch aufsteht um das Kochgeschirr zum Brunnen hinauszutragen, doch sie achtet darauf, dass der Alte ihr Gesicht nicht sehen kann, gerade wenn sie fr\u00f6hlich ist, will sie nichts mit ihm zu tun haben.<\/p>\n<p>Drau\u00dfen in der Welt beginnt das Jahr 1922. Fr\u00fchling und Herbst bringen die schwerste Arbeit, da packt der Jungbauer schon mit an auf Rosis Feldern, ein gl\u00fchend hei\u00dfer Sommer zieht durch das Land, einige der \u00c4ltesten im Dorf sterben, nur ungern unterbrechen die Bauern ihre Arbeit f\u00fcr ein Begr\u00e4bnis.<\/p>\n<p>Nebel h\u00e4ngt in den kahlen B\u00e4umen rund um den Hof. Unruhig werfen die K\u00fche den Kopf hin und her, als der Bauer den Stall betritt.<\/p>\n<p>T\u00e4glich wird sie um dieselbe Zeit gemolken, heute ist es sp\u00e4ter geworden. Der junge Mann streicht sich den Schnauzbart, stellt einen verdreckten Schemel vor die erste der f\u00fcnf K\u00fche, den Bleicheimer darunter, setzt sich und beginnt zu melken. Die Kuh schl\u00e4gt mit dem Schwanz und muht, als wollte sie protestieren. &#8222;Ja&#8220;, sagt der Bauer zu ihr, &#8222;ich wei\u00df, Melken ist Frauenarbeit, aber mei&#8216; Rosi liegt in den Wehen.&#8220;<\/p>\n<p>Der Mann hat den Stall ausgemistet und die Milch in die K\u00fcche getragen, Rosi steht am Herd. In der Stube schreit das Neugeborene. &#8222;Ein Bub ist\u2019s&#8220;, sagt die Hebamme zum Bauern.<br \/>\n&#8222;Is\u2018 recht&#8220;, antwortet dieser, nimmt das Kind hoch, hinter dem Schnurrbart l\u00e4chelt er: &#8222;Morgen wirst &#8218;tauft, dann wei\u00dft, wie du hei\u00dft.&#8220;<br \/>\n&#8222;Jakob, die Ferkel warten &#8222;, ruft Rosi, &#8222;mach weiter mit deiner Arbeit.&#8220; Rasch legt der Mann das Kind hin und geht in den Stall.<\/p>\n<p>Vom Hof kann man bis zur Kirche sehen, doch mit dem Baby brauchen sie fast zwei Stunden bis nach Schwendendorf. Rosi geht langsamer als sonst, Jakob tr\u00e4gt seinen Sohn auf dem Arm, einen Tag alt, eingeh\u00fcllt in dicke T\u00fccher.<br \/>\n&#8222;Wird bald Schnee geben&#8220;, sagt Jakob, als sie losstapfen, um hinunter zum Bach, durch den Wald, und dann hinauf zur Kirche zu gelangen.<br \/>\nDer Nieselregen hat ihre gr\u00fcnen M\u00e4ntel durchn\u00e4sst, als sie in die Kirche treten. Der Pfarrer und der Taufpate warten schon, ein Ministrant mit fleckigem Gesicht steht hinter ihnen, jeder Schritt hallt in der kleinen Kirche. Der Taufbrunnen steht seitlich vom Altar, dahinter ein dunkles Gem\u00e4lde, Gott Vater blickt aus dem Himmel direkt auf den Taufbrunnen.<br \/>\n&#8222;Gelobt sei Jesus Christus! Der Herr hat uns die Taufe geschenkt, um aus Heidenkindern Christen zu machen und sie vor dem Feuer der H\u00f6lle zu bewahren. Ihr, die ihr junge Eltern seid, leitet das Kind auf dem rechten Weg weiter, f\u00fchrt es nicht in Versuchung! Die Brust der Mutter ist ein Werk des Teufels, das Stillen der Kinder weckt schon deren Begierde. Widersteht den Trieben des Fleisches! Widersagt ihr dem Teufel?&#8220;<br \/>\n&#8222;Wir widersagen!&#8220;<br \/>\n&#8222;Und allen seinen Verf\u00fchrungsk\u00fcnsten?&#8220;<br \/>\n&#8222;Wir widersagen.&#8220;<br \/>\n&#8222;Ich taufe dich auf den Heiligen Johannes, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.&#8220;<br \/>\nAls die jungen Eltern vor die Kirche treten und sich auf den Heimweg machen, schreit der kleine Christ nicht anders, als er vor der Taufe geschrien hat. Wortlos geben sie dem Ministranten ein paar Eier und ein St\u00fcck Speck f\u00fcr den Pfarrer. Mit einem halblauten &#8222;Vergelt\u2019s Gott&#8220; l\u00e4uf dieser in die Sakristei. Das Paar macht sich auf den Heimweg, der kleine Hannes schl\u00e4ft ein, als sein Vater ihn aus dem Dorf tr\u00e4gt.<br \/>\n&#8222;Hast g\u2019h\u00f6rt, was der Pfarrer g\u2019sagt hat \u00fcbers Stillen?&#8220;<br \/>\n&#8222;Nat\u00fcrlich hab ich\u2019s g\u2019h\u00f6rt, was fragst denn da. Hol mir die zwei Sch\u00fclerdirndl vom Nachbarn. Ich mach das schon.&#8220;<br \/>\nDaheim setzt sich Rosi ins hintere Eck der kleinen K\u00fcche, ihre Brust schmerzt, der kleine Hannes schreit. Jakob zieht das Sonntagsgewand aus, die l\u00f6chrige Arbeitshose an, schl\u00fcpft in die Holzpantoffel und geht in die Scheune. Rosi dr\u00fcckt an ihrer Brust herum, l\u00e4sst ihre Milch in die Sch\u00fcssel tropfen.<br \/>\nDie Nachbarm\u00e4dchen kommen, Rosi hat die Sch\u00fcssel halb voll.<br \/>\n&#8222;Da habt\u2019s einen L\u00f6ffel, gebt\u2019s dem Buben die Milch. Dann nehmt\u2019s den Leiterwagen und fahrt\u2019s mit ihm vor der Haust\u00fcr hin und her, bis er schl\u00e4ft. Da ist ein Polster, und mit der Deck&#8217;n da deckt\u2019s ihn zu.&#8220;<br \/>\nRosi geht hinaus in den Stall. Kurz darauf h\u00f6rt sie die Holzr\u00e4der des Leiterwagens knirschen, die M\u00e4dchen wissen, dass sie tun m\u00fcssen, wie es ihnen befohlen ist. Hannes schl\u00e4ft nicht gleich ein, er strampelt, die Decke rutscht auf die Seite, da schl\u00e4gt ihn das gr\u00f6\u00dfere der beiden M\u00e4dchen.<br \/>\n&#8222;Dummer Bub!&#8220;, ruft sie und bindet die Decke an den Sprossen des Leiterwagens fest.<br \/>\nAm Abend kommt Rosis Tante, die seit dem Tod ihres Mannes im hinteren Teil des Hofes wohnt, in die Stube. Sie nimmt den kleinen Hannes in die Arme, tr\u00e4gt ihn herum, und im Rhythmus ihrer schwerf\u00e4lligen Schritte singt sie: &#8222;Bist mei Herzkratzerl, bist mei lieber Bua, du sollst fein schlafen, kumm, i&#8216; deck di&#8216; zua.&#8220;<br \/>\nRosi sitzt in der K\u00fcche und bereitet das Futter f\u00fcr die Schweine, dumpf scheppert der Blechk\u00fcbel, als sie die Kartoffel hineinwirft \u2026<\/p>\n<p><strong>\u2026Vorsehung <\/strong><\/p>\n<p>Die Herbstsonne w\u00e4rmt die Berge vor Wien. In den Weing\u00e4rten der S\u00fcdh\u00e4nge gehen Winzer daran, Trauben in Bottiche zu klauben, es werden volle F\u00e4sser werden dieses Jahr.<br \/>\nMit Herzklopfen bis zum Hals kommt Elsa zum vereinbarten Treffpunkt am Rand des Wienerwaldes. Sie zupft ihre Bluse zurecht, pr\u00fcft ihr Dirndlkleid, die Schleife im Haar. Ein befreundetes Paar hat sie eingeladen, einen Medizinstudenten kennenzulernen, sofort hat sie dem Vorschlag zugestimmt, zu viert einen Ausflug zu machen. Es ist der Geburtstag ihrer verstorbenen Mutter, sie nimmt es als Zeichen, vielleicht wird sie ihrem Mann begegnen.<\/p>\n<p>Der Medizinstudent stellte sich vor: &#8222;Ich bin Hannes, ein Bauernsohn aus Schwendendorf, noch nicht lang in Wien, das muss ich nicht sagen, das h\u00f6rst&#8216; an mein&#8216; Dialekt.&#8220;<br \/>\nElsa sieht ihm in die Augen und err\u00f6tet: &#8218;Da ist er&#8216;, denkt sie, &#8218;der Mann, um den ich gebetet habe, der Mann, den ich lieben werde!&#8216; Langsam streckt sie ihm die Hand entgegen. &#8222;Elsa&#8220;, mehr kann sie nicht sagen.<br \/>\nEr l\u00e4chelt: &#8222;Ja, dann geh&#8217;n wir!&#8220;<br \/>\nElsa betrachtet ihn verstohlen, die dunklen, gelockten Haare, die kr\u00e4ftige Gestalt, die schlichte Krawatte.<br \/>\n&#8222;Sie studieren Medizin?&#8220;<br \/>\n&#8222;Ja, das ist meine Berufung.&#8220;<br \/>\n&#8222;Wie sch\u00f6n! Ich bin nur Lehrerin.&#8220;<br \/>\n&#8222;Auch das ist ein begnadeter Beruf, eine wichtige Aufgabe, Kinder zu erziehen. Gerade jetzt braucht unsere Welt Menschen, die ihr Bestes geben.&#8220;<br \/>\n&#8222;Wenn wir Gutes tun, sind wir die H\u00e4nde Gottes.&#8220;<br \/>\nElsa erz\u00e4hlt, wie sehr ihr der Glaube geholfen hat. In all den schlimmen Jahren hat sie gebetet, gelernt, f\u00fcr ihre Br\u00fcder gesorgt und gebetet. Hannes spricht dar\u00fcber, wie er aufgewachsen ist, streng und gl\u00e4ubig, mit langen Gebeten vor den Mahlzeiten und kaum ein Wort \u00fcber anderes als das, was getan werden musste, die Bauern im Dorf seiner Eltern lebten nicht viel anders als im Mittelalter, meint er. Gott hat ihn heimkehren lassen aus Russland, hat ihn auf seiner Flucht besch\u00fctzt, alles liegt in Gottes Hand, auch dieser Tag, an dem er sie kennen lernen darf.<br \/>\nElsa strahlt, beschwingt geht sie an der Seite dieses Mannes, h\u00e4ngt an seinen Lippen, und sie bemerkt, wie sehr es ihn freut, wenn sie ihn anschaut.<br \/>\nEr bleibt stehen: &#8222;ich glaube, ich kann die Sch\u00f6nheit deiner Seele sehen &#8230; und mir kommt vor, wir beide geh\u00f6ren zusammen.&#8220;<br \/>\nAm Abend gehen die beiden am Abend in eine leere Kirche, Hand in Hand, versprechen, sie werden f\u00fcr immer zusammen bleiben. Sie danken Gott f\u00fcr das Gl\u00fcck, einander begegnet zu sein, dann stehen sie schweigend vor dem Altar. Er sagt leise, er habe so viel Einsamkeit erlebt, soviel Grauenhaftes durchgemacht, aber nun werde alles gut werden, hier in Wien beginnt ein neues Leben f\u00fcr ihn, dieses Leben will er mit ihr teilen.<br \/>\nSie antwortet, sie habe schon geahnt, wie bedeutsam dieser Tag f\u00fcr sie sein w\u00fcrde, der Tag an dem ihre geliebte und so jung gestorbene Mutter geboren worden war. Ihre Familie habe schweres Schicksal erlitten, doch jetzt habe ihr Gott einen Mann geschickt. Und sie sagt, sie hat schon f\u00fcr ihn gebetet, noch bevor sie ihn kennengelernt hat, als er noch in Russland war, hat sie um Gottes Segen f\u00fcr seine Heimkehr gebeten.<br \/>\nVor der Kirche bleiben die beiden stehen, nehmen einander an den H\u00e4nden, sehen einander in die Augen.<br \/>\n&#8222;In deinen Augen sehe ich Reinheit und Liebe&#8220;, sagt er. Dann ist alles still. Leute gehen vorbei, Stra\u00dfenbahnen kommen und fahren weiter, die beiden sind ineinander versunken, nehmen nichts anderes wahr als den Menschen, f\u00fcr den sie geschaffen sind \u2026<\/p>\n<p><strong>\u2026Kindersegen <\/strong><\/p>\n<p><em>Ich sehe mich einen m\u00e4chtigen Fluss hinauftreiben. Das Wasser rauscht an mir vorbei, ich treibe stromaufw\u00e4rts, dem Ursprung des Flusses entgegen. An den Ufern trommeln und tanzen schwarze Krieger, sie singen von meinen K\u00e4mpfen und meinem Scheitern, von meiner Wehmut und meinem Leistungsdrang, von meiner Suche nach Anerkennung und von meinem Gl\u00fcck. Pl\u00f6tzlich liegt eine riesige Frau in der Landschaft, und ich sehe, dass der Fluss ihrer Vagina entspringt. Da wird alles zu Licht, meine Augen schmerzen, zwischen den Beinen der Frau liege ich als Neugeborenes, allein, schreiend, der K\u00e4lte ausgeliefert.<\/em><br \/>\nIch bin in einem kleinen Raum angekommen, ausgef\u00fcllt von einem wei\u00df lackierten Stahlbett, in dem Mutter schwer atmet, dahinter ein Holztisch und ein Waschbecken, sie atmet schwer. In einem wei\u00dfen Mantel sitzt Vater daneben, Schwei\u00dftropfen auf der Stirne. Eine Frau legt mich auf eine Waage, horcht meine Lungen ab, pr\u00fcft meine Arme und Beine und steckt mich in ein Strampelkissen. &#8222;Ein gesunder Junge!&#8220;, sagt sie zu Mutter, &#8222;Jetzt k\u00f6nnen Sie ihn stillen.&#8220;<br \/>\nMutter dr\u00fcckt mich an sich, l\u00e4chelt, an ihrer Brust komme ich zur Ruhe. &#8222;Unser Zweiter&#8220;, sagt Vater z\u00e4rtlich und nach einer kleinen Pause: &#8222;Siehst du, Elsa, ich hab dir gesagt, dass es beim zweiten Kind leichter geht.&#8220; Er ber\u00fchrt Mutters Wange, und sie legt den Kopf in seine Hand.<br \/>\n&#8222;Gut, dass du dabei sein konntest!&#8220;<br \/>\nDie wei\u00df gekleidete Frau ist gerade dabei, das Zimmer zu verlassen, sie dreht sich um. &#8222;Das war eine Ausnahme! Normalerweise lassen wir keine Medizinstudenten bei der Geburt dabei sein. Ordnung muss sein in der besten Wiener Klinik.&#8220; Mit gerunzelter Stirn unter dem wei\u00dfen H\u00e4ubchen verl\u00e4sst sie den Raum.<br \/>\n&#8222;Du wirst sehen, in einem Jahr bin ich Arzt. Dann wird alles anders.&#8220; Vater streichelt meinen winzigen Kopf. &#8222;Aus dir wird auch einmal etwas Besonderes! Vielleicht ein Missionar, der den Glauben auf die andere Seite der Erde bringt, Raphael sollst du hei\u00dfen, mein Sohn!&#8220;<br \/>\nMeine Eltern sehen mich an und gemeinsam sprechen sie ein Dankgebet. Dann schl\u00e4ft Mutter ein, Vater steht leise auf, geht hinaus, schaut noch mal zur\u00fcck auf mich, und behutsam dr\u00fcckt er die T\u00fcre zu.<br \/>\nVor der Klinik f\u00e4hrt ein offener Jeep mit vier fremden Soldaten vorbei, jeder von ihnen in der Uniform eines anderen Landes. Vater winkt den Soldaten zu und sagt leise: &#8222;Meine S\u00f6hne wachsen in einem freien Land auf, in Frieden.&#8220;<br \/>\nDie Soldaten winken zur\u00fcck, alle vier.<br \/>\nVater macht sich auf den Heimweg, hat ein gutes St\u00fcck zu gehen quer durch Wien, beschwingt schreitet er durch die Stra\u00dfen, \u00fcberall rot\u2010wei\u00df\u2010rote Fahnen, da und dort ein Baum in Bl\u00fcten, Zeitungsverk\u00e4ufer rufen: &#8222;Sonderausgabe! Alles \u00fcber den Staatsvertrag. \u00d6sterreich ist frei!&#8220; \u2026<\/p>\n<p><strong>\u2026Die rote Trompete <\/strong><\/p>\n<p>Anna umarmte mich, k\u00fcsste meine Narben. Ich schloss die Augen, unsere Lippen fanden sich, ich atmete tief, atmete ihre W\u00e4rme, atmete ihre Liebe.<br \/>\nWir gingen Hand in Hand, schlenderten schweigend durch Wien, kamen zu einem Kirchplatz, es war Kirtag, mit Marktst\u00e4nden, Imbissbuden und Ringelspiel. Ein Stand mit Kinderspielzeug zog mich an, Tand in grellen Farben zu \u00fcberteuerten Preisen, darunter kleine Musikinstrumente aus Plastik, geeignet nur, um L\u00e4rm zu machen. Auch eine rote Trompete war dabei, da fiel mir eine Begebenheit meiner Kindheit ein.<br \/>\nIch war etwa sechs Jahre alt, mein Bruder und ich hatten vielleicht zum ersten Mal Taschengeld bekommen und durften ein paar Minuten fr\u00fcher als die Eltern zur Kirche gehen. Es war Kirtag, wir hatten nichts davon gewusst und standen staunend inmitten von Marktst\u00e4nden, Imbissbuden und Ringelspiel. Ein Stand mit Kinderspielzeug zog mich an, Musikinstrumente aus Plastik, auch eine rote Trompete war dabei, mit der w\u00fcrde ich sicher gut spielen k\u00f6nnen. Ich sagte zu meinem \u00e4lteren Bruder, wir k\u00f6nnten unser Geld zusammenlegen und diese Trompete kaufen, er gab mir sein Geld, und stolz kaufte ich die Trompete.<br \/>\nWenig sp\u00e4ter kam Mutter, wir liefen hin zu ihr, voll Freude zeigte ich ihr das Instrument. Doch Mutter war b\u00f6se, sie nahm mir das Ding aus der Hand, schimpfte den fahrenden H\u00e4ndler, dass er Kindern solchen Ramsch zu \u00fcberteuertem Preis verkaufe, verlangte von ihm, die Trompete zur\u00fcckzunehmen. Das tat er nicht, besch\u00e4mt und traurig sah ich zu. So blieb dieses Spielzeug bei mir, nach der Kirche trug ich es heim, ich wusste nicht mehr, was tun damit. Mutters \u00c4rger war m\u00e4chtig, im Stiegenhaus neben unserer Wohnungst\u00fcr lie\u00df ich die Trompete stehen, in unsere Wohnung passte sie nicht.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag ging ich nachsehen, ob die Trompete noch da w\u00e4re, ich h\u00e4tte sie dann doch in die Wohnung hereingeholt, doch ich fand sie nicht mehr, die Trompete war weg.<\/p>\n<p>Diese Geschichte erz\u00e4hlte ich meiner Liebsten.<br \/>\n&#8222;Warte!&#8220;, sagte sie und lief zum Spielzeugstand, l\u00e4chelnd kam sie zur\u00fcck, eine rote Trompete in der Hand, hielt sie mir vor den Mund und fl\u00fcsterte mir ins Ohr: &#8222;F\u00fcr den kleinen Raphael!&#8220;<br \/>\nDer kleine Raphael strahlte \u00fcber das ganze Gesicht. Ich rieb meine Nase an Annas Wange, legte meine Arme um ihre Schultern. Rund um uns schoben sich die Menschen vorbei, Kinder lachten, die Musik des Ringelspiels antwortete ihnen.<br \/>\nDie Trompete nahm ich mit nach Hause, dort bekam sie einen Ehrenplatz. F\u00fcr Anna zeichnete ich ein Bild, vom kleinen sechsj\u00e4hrigen Buben vor der Kirche, der mit erhobenem Kopf die Trompete bl\u00e4st.<br \/>\n&#8218;Jetzt ist alles gut&#8216;, schrieb ich darunter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das St\u00fcckwerk der Liebe Edition Tandem, ISBN 978-3-902932-16-7, Preis \u20ac 19,80 nur \u00fcber topseminare.at zu bestellen.\u00a0Aktion: In \u00d6sterreich versandkostenfrei, im Ausland bitten wir die Portokosten zu \u00fcbernehmen. Raphael ringt um seine Liebesf\u00e4higkeit. 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