{"id":1354,"date":"2018-04-24T09:57:01","date_gmt":"2018-04-24T07:57:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.topseminare.at\/pl\/?page_id=1354"},"modified":"2018-04-24T09:59:42","modified_gmt":"2018-04-24T07:59:42","slug":"liebesbeziehungen-bewaeltigen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.topseminare.at\/pl\/liebesbeziehungen-bewaeltigen\/","title":{"rendered":"Liebesbeziehungen bew\u00e4ltigen"},"content":{"rendered":"[vc_row][vc_column][vc_column_text]\n<h2><strong>Liebesbeziehungen bew\u00e4ltigen<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Orientierungshilfen f\u00fcr eine beachtliche Herausforderung<br \/>\n<\/strong>Paul Lahninger mit Gedanken von Mich\u00e8le Binswanger, Alain de Botton, Friedrich Glasl, Erich Fromm<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Liebe bedeutet, zu ertragen, zu verzeihen, Unerw\u00fcnschtes anzunehmen.<br \/>\n<\/strong>Differenzen sind Teil jeder Gemeinschaft: Wir erg\u00e4nzen einander in unseren Unterschieden!Die Art und Weise, wie wir mit Differenzen und Konflikten umgehen, pr\u00e4gt eine Beziehung mehr als vieles andere. Hinderlich f\u00fcr konstruktive Auseinandersetzung ist das romantische Ideal der harmonischen Verliebtheit, mit der einen Person, die perfekt zu mir passt.Liebe beginnt jedoch erst, wenn das Verliebtsein vorbei ist. Liebe beschenkt alle, f\u00fcr die wir uns \u00f6ffnen. Und indem wir unsere Liebe schenken, beschenken wir auch uns selbst. <em>(nach <\/em><em>Alain de Botton)<\/em><\/p>\n<p><strong>Beziehungen erfordern Aushandeln und Abstimmen<br \/>\n<\/strong>Beziehungen ber\u00fchren die beiden Bed\u00fcrfnisse Autonomie\/Individualit\u00e4t einerseits und Gemeinschaft\/Zugeh\u00f6rigkeit andererseits. Wir pendeln zwischen diesen Gegenpolen und finden immer wieder eine neue Balance, indem wir einerseits aufeinander zugehen, uns \u00f6ffnen und andererseits uns abgrenzen, manchmal auch verschlie\u00dfen. Auch \u00c4ngste k\u00f6nnen dabei mitspielen: einerseits die Angst, Liebe zu verlieren, andererseits die Angst, die Eigenst\u00e4ndigkeit\/Identit\u00e4t zu verlieren.<br \/>\nIn Paarbeziehungen werden wir immer wieder unterschiedlich viel Gemeinschaft und Intimit\u00e4t suchen, uns manchmal zur\u00fcckgewiesen oder allein gelassen f\u00fchlen, wenn die andere Person gerade mehr Bed\u00fcrfnis nach Abgrenzung empfindet. Beziehungen gelingen im Wechselspiel dieser Gegenpole.<\/p>\n<p><strong>Liebesbeziehungen brauchen ausreichende Selbstf\u00fcrsorge<br \/>\n<\/strong>Innige Beziehungen l\u00f6sen Empfindungen und Impulse aus, die wir schon als Kleinkind hatten: manchmal regredieren wir und f\u00fchlen uns besonders bed\u00fcrftig. So kann es sein, dass wir in einer Liebesbeziehung leichter kr\u00e4nkbar, verletzlich, trotziger, zorniger \u2026 sind als in anderen Beziehungen.<br \/>\nDiese Impulse aus der Kindheit fordern uns heraus, f\u00fcr uns selbst zu sorgen, liebevoll und freundlich mit der eigenen Bed\u00fcrftigkeit umzugehen und M\u00f6glichkeiten zu finden, uns au\u00dferhalb der Liebesbeziehung zu n\u00e4hren und \u201eaufzutanken\u201c. Aus Selbstf\u00fcrsorge gelingt Empathie und Mitgef\u00fchl. So \u00fcberwinden wir die Vorstellung, <em>andere<\/em> m\u00fcssten uns gl\u00fccklich machen.<\/p>\n<p><strong>Wir ver\u00e4ndern uns, Beziehungen ver\u00e4ndern sich<br \/>\n<\/strong>Das Leben fordert uns heraus, zu lernen und uns zu ver\u00e4ndern. Diese Herausforderung scheint in Liebesbeziehungen besonders gro\u00df: Die Partnerschaft wird zum Wachstumsbereich.<br \/>\nSo werden sich auch unsere Beziehungen ver\u00e4ndern. Im Idealfall lernen wir, verst\u00e4ndnisvoller, vers\u00f6hnlicher, liebevoller zu sein.<br \/>\nAuch Abgrenzung und Selbstbehauptung k\u00f6nnen wichtige Lernschritte sein, vor allem dann, wenn unsere Eigenst\u00e4ndigkeit in der Kindheit oft verletzt wurde. Wenn wir meinen, <em>andere<\/em> m\u00fcssten sich \u00e4ndern, f\u00fchrt dies eher zu einem Machtkampf als zu wirksamem Lernen. Im (Di-)Stress von Vorw\u00fcrfen verhalten sich Menschen durchschnittlich weniger entgegenkommend.<br \/>\nKrisen k\u00f6nnen wichtige Impulse zur Weiterentwicklung bringen, insbesondere zur Weiterentwicklung von Werthaltungen. Unser Umgang mit Krisen pr\u00e4gt unsere Pers\u00f6nlichkeit mehr als Ruhezeiten. <em>(nach Friedrich Glasl)<\/em><\/p>\n<p><strong>Beziehungen brauchen Pflege: Zeit und Energie<br \/>\n<\/strong>Indem wir uns (immer wieder!) f\u00fcreinander entscheiden, einander Aufmerksamkeit schenken, Gemeinsamkeiten entwickeln und leben, investieren wir Zeit, Lernbereitschaft und Entschiedenheit.<br \/>\nEin hilfreiches Bild: die Beziehung w\u00e4chst zwischen uns beiden. Wenn wir darauf vertrauen, dass die Beziehung weiterleben und wachsen kann, wird sich der Einsatz meist lohnen: Liebes\u00ad-Beziehungen erf\u00fcllen ein tiefes Grundbed\u00fcrfnis und die vielleicht tiefste Sehnsucht. <em>(nach Mich\u00e8le Binswanger)<\/em><\/p>\n<p><strong>Eine Liebesbeziehung braucht Arbeit, Arbeit an sich selbst.<br \/>\n<\/strong>Doch Arbeit allein gen\u00fcgt nicht, das, was uns gl\u00fccklich macht, verbunden f\u00fchlen l\u00e4sst, uns \u00fcbereinander freuen l\u00e4sst, ist mehr als das, woran wir arbeiten k\u00f6nnen. Es ist beides: Arbeit und Geschenk.<br \/>\n<em>(Paul Lahninger: das St\u00fcckwerk der Liebe, Salzburg 2014)<br \/>\n<\/em><em>Alain de Botton<\/em><em>: Der Lauf der Liebe<\/em><em>, Roman. Fischer, Frankfurt am Main 2016<br \/>\n<\/em><em>Friedrich Glasl: Selbsthilfe in Konflikten, Bern 2015<br \/>\n<\/em><em>Erich Fromm: Die Kunst des Liebes, 60. Auflage, Frankfurt am Main 2003<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text] Liebesbeziehungen bew\u00e4ltigen Orientierungshilfen f\u00fcr eine beachtliche Herausforderung Paul Lahninger mit Gedanken von Mich\u00e8le Binswanger, Alain de Botton, Friedrich Glasl, Erich Fromm Liebe bedeutet, zu ertragen, zu verzeihen, Unerw\u00fcnschtes anzunehmen. 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