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Paul Lahninger

Aspekte meiner Lebensgeschichte

vom Lehrerschreck zum Lehrtrainer
aus meinem Buch "Nährende Zeilen", S 132-133

Familienfoto mit Paul Lahninger

Das Leben hat mir eine besondere Lernfreude und Abenteuerlust geschenkt. So erzählen meine Eltern, dass ich mir schon mit 3 Jahren Gedichte merkte, noch bevor ich richtig sprechen konnte. Bald "las" ich mein liebstes Kinderbuch vor, ohne einen Buchstaben zu kennen: ich hatte mir das mehrmals Vorgelesene Wort für Wort eingeprägt. Weniger Freude hatten meine Eltern, dass ich auch ältere Kinder als wilder Indianerhäuptling anführte. So versuchten sie nachhaltig, mich zu einem braven, angepassten Menschen zu erziehen. Doch mein Lieblingsspiel wurde: Kriegserklärung gegen Erwachsene...

So war ich auch in der Schule nicht gerade "pflegeleicht": mehr und mehr wurde ich zum schlechten Schüler. Mit auffällig hohen Betragensnoten entging ich nur knapp dem Rausschmiss aus dem Paul Lahninger als Entwicklungshelfer Gymnasium, in meinem Maturazeugnis finden sich fast nur 4-er und ein einziger 1-er in Turnen. Die Schulzeit war eine schlimme Zeit für mich. Ich wollte weg: Mit 14 entschied ich mich, so bald wie möglich in die Südsee zu gehen. So wählte ich nach der Matura das kürzest mögliche Studium und wurde paradoxerweise erst mal Lehrer.

Das Studium an der pädagogischen Akademie weckte mein Interesse an Psychologie. Ich absolvierte das Studium mit sehr guten Noten (erstmals wieder seit der ersten Klasse Volkschule) und das, obwohl ich Studentenvertreter der Akademie war und unter anderem einen 1wöchigen Studentenstreik organisierte.

Als ausgebildeter Lehrer und einem Jahr Maria Lahninger als Entwicklungshelferin Berufserfahrung in Tirol wurde ich Entwicklungshelfer: In Papua Neu Guinea erarbeitete ich Basiskurse für einheimische Jugendleiter und brachte eine Arbeitsmappe für kooperative Dorfentwicklung heraus. In diesen Jahren lernte ich auch die Mühlviertlerin Maria Schmutz aus St. Thomas am Blasenstein kennen, die gleichermaßen abenteuerfreudig in die weite Welt hinaus­ging. Aus Liebe auf den ersten Blick wurde ein gemeinsamer Lebensweg. Gemeinsam kehrten wir nach Österreich zurück, heirateten 1981 und nach 2 weiteren Jahren in Tirol übernahmen wir ein kleines Haus im Mühlviertel, das Maria von ihren Großeltern geerbt hatte.

Doch einfach Lehrer zu sein, war mir nach wenigen Jahren zu wenig: ich wollte die Schule verändern und organisierte Lehrer-Diskussionsrunden und Paul Lahningers Familie kollegiale Fortbildungen. Das brachte mehr Konflikte und Zurückweisungen als Zustimmung. Ich war nicht sehr diplomatisch und mit meiner Kritik eckte ich oft an. Es enttäuschte mich, so wenig bewegen zu können und ich sehnte mich nach mehr Freiheit, mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Zugleich wurde es meiner Frau Maria als Hausfrau und Mutter zu eng. Nach einer heftigen Krise entschieden wir uns, nach Salzburg zu übersiedeln, wo sie voll Freude in ihren Beruf als Krankenschwester zurückkehrte. Ich kündigte als Lehrer und wurde Haus­mann für meine 2 Kinder, Katharina und Johannes, die damals 2 und 4 Jahre alt waren.

Dieser Schritt brachte einen völligen Neuanfang und mehrere weitere Übersiedlungen in Salzburg: Ich begann nochmals zu studieren und absolvierte Ausbildungen als Erwachsenenbildner, als Personalentwickler und Psychotherapeut. Nach 2 Jahren als Hausmann versuchte ich mich zugleich auch als selbständiger Unternehmer: zunächst mit Kinderschwimmkursen, Gitarre-Unterricht, dann als Anbieter von Kreativurlauben in Griechenland (1990 bis 1998). Mehr und mehr wurden Aufträge Paul Lahninger auf Pilgerreise als Lehrbeauftragter für Rhetorik, Moderationstechnik und Kommunikationstrainings für Führungskräfte zum beruflichen Hauptinhalt und brachten Erfolge, die ich nie geahnt hätte und die ich als Geschenk empfinde:

Mein erstes Buch "leiten * präsentieren * moderieren" wurde ein Bestseller und wird oft als Pflichtlektüre für Erwachsenenbildner empfohlen. Meine DVD- Video-Seminarbausteine werden als elektronische Lern-Module in Schulen wie auch bei Führungskräfteseminaren eingesetzt. In "Widerstand als Motivation" befasse ich mich grundlegend mit der Entwicklung von Lernfreude und Leistungswille. Mein Anliegen ist, Menschen in Persönlichkeitsbildung zu begleiten, kritisches Denken und Veränderungsbereitschaft zu fördern.

Als Lehrbeauftragter bin ich viel unterwegs, doch andererseits doch ein bisschen sesshaft geworden, denn nach 13 Übersiedlungen bewohne ich, als Mit-Fünfziger mit meiner Familie Paul Lahninger in Indien in Salzburg nun zum ersten Mal in meinem Leben ein Haus länger als 3 Jahre.

Paul Lahninger mit seinen Eltern Paul Lahninger mit seinen Brüdern Paul Lahninger in jungen Jahren Paul Lahninger mit seinen Kindern Paul Lahninger mit seiner Familie auf Urlaub Paul Lahninger beim Surfen Paul Lahninger mit seinem Enkel Noel
Paul Lahninger, Tel. 0662-824 777, paul.lahninger@topseminare.at